Geld ist kein Selbstzweck. Es ist eine Möglichkeit, den Wert geleisteter Arbeit kurzfristig aufzubewahren. Außerdem kann man es als Umrechnungseinheit nutzen, um Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Man kann es nicht atmen, nicht trinken, nicht essen und selbst der Brennwert ist sehr begrenzt.
Selbst unsere eigentlich ganz pragmatische Altkanzlerin Angela Merkel hat Finanzinstitute als systemrelevant eingestuft. Von einer Finanzindustrie ist verschiedentlich die Rede. Aber was stellt diese Industrie her? Nichts! Im Gegenteil füllt sie sich die Taschen mit Geld, das von arbeitenden Menschen verdient wurde. Wer Geld bei der Bank anspart, kann sicher sein, dass die Aktionäre der Bank daran mehr verdienen als er selbst. Wer seine Wohnimmobilie über eine Hypothekenbank finanziert hat, kann sicher sein, dass die Aktionäre der Bank daran mehr verdienen als der Bauunternehmer, der mit vollem Risiko diesen Bau realisiert hat. Und wer einen Riestervertrag laufen hat, kann sicher sein, dass er damit für die Altersversorgung der Versicherungsvertreter und der Aktionäre der Versicherungsgesellschaft getan hat als für seine eigene.
Bei Anlagen in Aktien verdient die Bank immer, egal wie die Aktien stehen. Je öfter sie Kaufen und Verkaufen, desto mehr Gebühren kassieren sie. Alles, das komplizierter als eine Aktie oder ein Sparkonto ist, dient dazu, möglichst viele Gebühren darin zu verstecken. Selbständige Finanzvermittler verdienen ihre Provision oder Kopfprämie völlig unabhängig davon, ob ihr Produkt etwas taugt oder nicht. Für die schlechtesten Produkte werden die höchsten Provisionen gezahlt, um die "besten" Verkäufer anzulocken. Die ganze Maschinerie dient nur dazu, Geld möglichst effektiv von unten nach oben umzuverteilen.
Wir brauchen solidarische Finanzkonzepte mit einem Social Entrepreneur als Marktteilnehmer, um einen Anfang vom Ende der Ausbeutung zu finden. Und es ist nicht nur jeder von uns, der ausgebeutet wird, es ist auch die Umwelt, denn die aus Bankensicht lukrativsten Geldanlagen sind meistens auch die schmutzigsten.
Früher entsprach Geld einmal seinem Gegenwert in Gold. Das gilt heute längst nicht mehr. Der Wert des Geldes ist heute eine Spekulation auf seine Kaufkraft im Vertrauen auf die Bonität der herausgebenden Staaten.
Bei Kryptowährungen fehlt selbst das. Aus unserer Sicht ist der Glaube an die Werthaltigkeit solcher Datensätze reine Esoterik. Ein Bitcoin hat eine Substanz von ca. 350 MB und einen heutigen (27.12.2021) Kurswert von 45.467,89 €. Die Substanz entspricht etwa dem Speichervolumen der Fotos Ihres letzten Urlaubs. Möchten Sie, dass darauf etwas zu sehen ist, für das ein Dritter so viel Geld zahlt?
Ganz sicher ist aber, dass die Erschaffung oder das Mining von Kryptowährungen Unmengen von meist fossil erzeugter Energie verbraucht. Im Glauben an den Wert eines Datensatzes wird unser aller Lebensgrundlage weiter und weiter zerstört. Letzten Endes bezahlen wir also eine substanzlosen Phantasie mit der Existenz der Menschheit.